Mittwoch, 17. Juli 2013

[Lexikon] Deflation

Die Deflation ist der Bruder der Inflation und einer von beiden ist in einer Volkswirtschaft immer anzutreffen, das ist auch nicht beängstigent, solange ihre Raten nicht zur hoch sind.
Die Deflation ist oftmals die Folge eines Wirtschaftsmotors, der ins Stocken geraten ist.
Bei einer Deflation sinkt die Geld- und Kreditmenge, gleichzeitig verlieren Lebensmittel und Investionsgüter an Wert, dies kann, wie bei der Inflation 3 Gründe haben.



1. Ein hoher Leitzins

Nach einer Inflation kann es sein, dass die EZB den Leitzins hochsetzt, um das Anlegen von Geld zu fördern und die Inflation zu bekämpfen. Da aber auch die Kredite teurer werden, sinkt die Nachfrage nach diesen. Die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes sinkt.

2.1 Sparmaßnahmen (Staat)

Eine Deflation kann auch dann entstehen, wenn der Staat seinen Schuldenberg aubbauen möchten. Der Staat forder weniger Kredite, wird Subventionen einstellen und die Nachfrage senken. Folge der Sparmaßnahmen ist eine geringe Geldmenge und ein Überangebot an Waren, die vorher von dem Staat gekauft wurden.

2.2 Sparmaßnahmen (Bevölkerung)

Nach einem wirtschaftlichem Abschwung kann es zu einer Unsicherheit in der Bevölkerung kommen, diese fängt dann an zu sparen, sodass die Nachfrage sinkt und das Angebot steigt.

2.3 Sparmaßnahmen (Unternehmen / Folge von 2.1 /2.2)

Wenn der Staat und die Bevölkerung sparen sinkt die Nachfrage an Produkten, sodass die Einnahmen der Unternehmen sinken, da nun auch die Unternehmen sparen müssen, wird es zu Entlassungen von Mitarbeitern kommen. Wird es keine Sparmaßnahmen der Unternehmen geben, werden Insolvenz folgen.
Durch Insolvenzen gibt es weniger Kreditanträge, somit auch weniger Geld im Wirtschaftskreislauf.
Durch Enlassungen gibt es wieder mehr Menschen die sparen müssen, sodass Unternehmen noch weniger Einnahmen verzeichnen.
Eine Deflation durch Sparmaßnahmen führt zu einem Teufelskreis, der nur durch mehr Ausgaben des Staaten oder einem niedrigen Leitzins behoben werden kommen.

Ein weiteres Problem der Sparmaßnahmen, sind die Sparmaßnahmen von wohlhabenden, die das Geld horten, um auf noch billigere Preise hoffen und somit auf eine Deflation spekulieren. Die aktive Geldmenge wird dadurch wieder kleiner.

3. Eine Aufwertung der Währung 

Eine Aufwertung der Währung kann auch zur Deflation führen, dies passierte in der Schweiz. Während der Euro schwächelte, wurde das Geld von Unternehmen in einem stabilen Staat gesichert. Ein sicherer Staat in der Nähe ist die Schweiz, diese bekam auch das Geld vieler Unternehmen verschiedener Währungen. Durch diese Investion stieg der Wert des Franken gegenüber des Euros stark an.


Das Problem ist nun, dass die Schweiz von Exporten und Tourismus lebt, dies wird durch eine starke, eigene Währung verhindert, infolge dessen konnten sich die Eurostaaten keine Importe mehr aus der Schweiz leisten, während die Bevölkerung sich keinen Urlaub in der Schweiz leisten konnte. Nun schlägt die Deflation zu, da weder Schweizer-Firmen noch Touristen, Geld in die Schweiz brachten, sank die Geldmenge, der perfekte Nährboden der Delfation.


Um eine Deflation zu bekämpfen muss entweder der Leitzins gesenkt werden, damit das Sparen für die Bevölkerung unattraktiv wird, oder der Staat muss das Sparen einstellen, damit die Geldmenge wieder erhöht wird. Bei einer ungewollten Deflation wie in der Schweiz reicht es auch, wenn der Staat versucht eine Inflation zu erstellen, heißt Geld drucken und in Umlauf bringen.

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