Mittwoch, 26. Juni 2013

[Lexikon] Hedgefonds

Was für Fonds sind denn Hedgefonds?


Ein Hedgefond ist ein Fond, der oftmals in Verbindung mit "Leerverkäufen" und "feindlicher Übernahme" steht. Der Hedgefond ist an der Börse ein ungern gesehener Gast, denn er wird als "böser Bruder" des Fonds angesehen. Im Grundprinzip sind der Fond und der Hedgefond gleich, das heißt mehrere Investoren legen ihr Geld in einen Topf zusammen und investieren gemeinsam.





Ein Hedgfeond ist auf kurzfristige Wertsteigerung, der Unternehmen aus, deren Aktien er besitzt, häufig wird er Heuschrecke genannt, da die Heuschreckenschwärme von Nahrungsquelle zu Nahrungsquelle ziehen und nur Verwüstung hinterlassen. Der Hedgefond ist also auf einen schnellen Gewinn aus und dient nicht wirklich zur Risikoverminderung, wie ein normaler Fond. Zudem ist nicht so stark an Regulierungen und Vorgaben gebunden und das Geld darf anders investiert werden als bei einem "Normalen". Ein Hedgefond ist auch eigentlich nicht das Ziel eines Anlegers, er ist er Mittel zum Zweck. Also ein Hedgefond wird oftmals dafür benutzt einen Konkurrenten unschädlich zu machen, in dem riesige Mengen an Kapital vorhanden sind.

Wie geht ein Hedgefond nun aber vor, um sein Ziel zu erreichen?

Ganz einfach, er nutz Leerverkäufe, um erst einmal Geld zu verdienen. Um Leerverkäufe durch führen zu können, muss man eine Regel der Börse kennen: Geliehenes kann verkauft werden! Das hört sich komisch an, ist aber ein wichtiger Bestandteil der Börse. Um das ganze verständlicher zu machen, habe ich ein Beispiel dabei:

Max besitzt eine Aktie der "EIS AG", diese ist 200€ wert. Moritz leiht sich nun diese Aktie und verkauft sie für den selben Preis, das heißt das Moritz bis jetzt einen Gewinn von 200€ hat, und Max eine Aktie der "EIS AG" schuldet. Jetzt erzählt Moritz allen anderen Aktionären, dass die "EIS AG"gar keine Bio Milch für ihr Eis verwendet, wie sie immer angibt. (Ob diese Aussage stimmt oder nicht, ist erst einmal egal.) Da niemand mehr seine "EIS AG" Aktie behalten möchte, fallen die Preise der Aktie auf 50€. Moritz kauft sich schnell eine und gibt diese Max zurück. Am Ende hat Moritz 150€ Gewinn gemacht und Max hat seine Aktie zurück, nur das diese nichts mehr Wert ist.

Bis jetzt hat der Hedgefond eine Menge Gewinn gemacht, doch der zweite Streich folgt sogleich:

Da die "EIS AG" nun auf ihren Aktien sitzt und es ihnen schlecht geht, verkauft der Vorstand den Rest der Aktien, bis sie nur noch zu 20% Eigentümer der eigenen Firma sind. Jetzt schlägt die große Stunde von Moritz, denn anstatt, so wie es üblich ist, mit dem Vorstand über eine Übernahme zu verhandeln, kann er jetzt pro anfangs geliehene Aktie, 3mal so viele kaufen, ohne einen Verlust von Kapital zu riskieren, damit die anderen Aktionäre aber auch definitiv den Verkauf nicht verneinen, bietet er natürlich 75€ für eine Aktie die 50€ wert ist.

Der letzte Streich folgt auf der Aktionärsversammlung, der Hedgefond um Moritz besitzt jetzt 80% der Firma und wird den Vorstand der "EIS AG" abwählen, somit ist die Firma, mit Kapitalverlust, zerstört.

Moritz könnte aber auch den Vorstand abwählen und in der Presse verkünden, dass doch Bio Milch verwendet wird, so könnte der Wert der Aktie wieder auf über 100€ steigen und der Hedgefond könnte dann alle Aktien verkaufen, bis sie noch 51% besitzen, so hätten sie noch immer die Mehrheit, könnten aber einen Kapitalanstieg verzeichnen.

Der Hedgefond könnte bei einem Kursanstieg aber auch alles verkaufen, so wäre ein riesiger Gewinn erzielt worden, aber man hätte einen Konkurrent, wenn auch geschwächt, zurück gelassen.


Zum Schluss möchte ich noch einmal erwähnen, dass es immer wieder Momente gibt, in denen man einen Hedgefond frühzeitig erkennen kann:

1. Es gibt viele Leihanfragen für Aktien eines Unternehmens.
2. Nachdem viele Aktien verkauft wurden, gibt es viele (negativ) Schlagzeilen über genau das Unternehmen.

Bei drittens ist es schon fast zu spät, aber man erkennt den Hedgefond jetzt endgültig, genau deshalb wird er von Zwischenhändlern ausgeführt, das heißt, dass mehrere Leute im Auftrag eines Großhändlers Aktien beschaffen.

3.Viele Aktionäre gerader abgestürzter Aktien bekommen erhöhte Angebote für die Aktien.


Kommentare:

  1. Ein bisschen vermisse ich die Erklärung des Mechanismus, und was sein eigentlicher Sinn ist: nämlich fallende Aktien als Leerverkäufe zu einem bestimmten Zeitpunkt zu dem dann vorliegenden Aktienwert zu verkaufen und den erlösten Gewinn der Differenz aus Verkaufswert und dem inzwischen niedrigeren Einkaufswert zum Zeitpunkt für die Lieferung der Aktie in andere steigende Aktien zu investieren, wodurch bei der Wahl der richtigen Aktien eine relative Unabhängigkeit von dem allgemeinen Trend des Gesamt-Aktienmarktes entsteht. Denn bei richtiger Wahl können die Schwankungen des Marktes ausgeglichen werden. Aber worin eben auch das hohe Risiko für die Anleger liegt, wenn die Vorhersagen nicht so eintreffen, weil man z.B. in die falschen Aktien investiert hat.
    Zur "Heuschrecke" wird der Hedgefont dann, wenn z.B. bei einem Unternehmen mit fallendem Kurs durch den gezielten Leerverkauf großer Aktienmengen der Kurs noch schneller und stärker fällt, was die kurzzeitigen Gewinne des Hedgefonts steigert, aber ein Unternehmen handlungsunfähig machen kann.

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